Peppol einfach erklärt
Stand:
Peppol ist ein internationales Netzwerk für den Austausch elektronischer Geschäftsdokumente wie E-Rechnungen. Unternehmen und Behörden schließen sich über Zugangspunkte (Access Points) an, die die Dokumente nach einheitlichen Regeln untereinander zustellen. Das Standardformat für Rechnungen ist Peppol BIS Billing 3.0.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Das Vier-Ecken-Modell
- Ecke 1 – Absender: erstellt die Rechnung in seiner Software.
- Ecke 2 – Zugangspunkt des Absenders: nimmt die Rechnung entgegen, prüft sie und schlägt die Empfängeradresse nach.
- Ecke 3 – Zugangspunkt des Empfängers: empfängt die Rechnung über das Peppol-Netz.
- Ecke 4 – Empfänger: bekommt die Rechnung in seine Software oder sein Postfach.
Der Vorteil: Wie beim Telefonnetz musst du nur mit einem Anbieter verbunden sein, um alle Teilnehmer zu erreichen – egal, welchen Anbieter diese nutzen. Welche Zugangspunkte für welche Empfänger zuständig sind, steht in zentralen Verzeichnissen (SML/SMP).
Peppol-ID: die Adresse im Netz
Jeder Teilnehmer wird über eine Peppol-ID adressiert. Sie besteht aus einem Schema (einer vierstelligen Nummer für die Art der Kennung) und der Kennung selbst. Beispiele:
| Schema | Kennung | Beispielhafte Verwendung |
|---|---|---|
| 0204 | Leitweg-ID | Deutsche öffentliche Auftraggeber |
| 9930 | Deutsche USt-IdNr. | Unternehmen in Deutschland |
| 0208 | Belgische Unternehmensnummer | Unternehmen in Belgien |
| 0088 | GLN | Handel und Logistik |
In der E-Rechnung stehen diese Adressen in den Feldern für die elektronische Adresse von Verkäufer (BT-34) und Käufer (BT-49). Eine Leitweg-ID prüfst du vorab mit dem Leitweg-ID-Prüfer.
Peppol BIS Billing 3.0 und XRechnung
Peppol BIS Billing 3.0 ist eine Ausprägung der EN 16931 in UBL-Syntax mit eigenen Zusatzregeln. Die XRechnung ist die deutsche Ausprägung derselben Norm. Über Peppol lassen sich auch XRechnungen übertragen – öffentliche Auftraggeber in Deutschland bieten Peppol als einen Einreichungsweg an. Unterschiede der Formate: XRechnung-Versionen und Formate.
Wer braucht Peppol?
- Unternehmen mit Kunden in Belgien: Dort ist die strukturierte B2B-E-Rechnung seit dem 1. Januar 2026 Pflicht, Peppol BIS Billing 3.0 ist der Standard. Details: E-Rechnung in Europa.
- Lieferanten öffentlicher Auftraggeber, die Peppol statt Portal-Upload nutzen möchten.
- Unternehmen mit vielen Rechnungen, die den Austausch vollständig automatisieren wollen.
In Deutschland ist Peppol für den B2B-Empfang nicht vorgeschrieben – ein E-Mail-Postfach genügt. Siehe E-Rechnung empfangen.